Google+ Chronik des Vereins

Chronik des Vereins !

Im Jahre 1922 wurde die Große Frankfurter Karnevalsgesellschaft „ Die Kameruner“ von einigen Kameruner Herren gegründet. Von diesen ist z.Zt. (1952) nur noch Bernhard Lano (Ehrenmitglied) im Verein Tätig. Zu der zeit der Gründung bestanden schon drei gleichartige Vereine im Stadtteil Kamerun, jedoch gelang es der Gesellschaft, sich erfolgreich durchzusetzen und mit den Kameruner Bürgern in immer engeren Kontakt zu treten. Echter Kameruner Humor und Gemütlichkeit und besonders Kameruner Karneval wurden in immer stärkerem Maße Tradition, so daß die Gesellschaft auf eine Stattliche Anhängerschaft und einen geschätzten Gönnerkreis blicken konnte.

Gedacht sei hier der „Kameruner Kerb“ 1928; leider war es durch Platzmangel nicht möglich, sie traditionsmäßig zu erhalten. Vorstand Ebenso mangelte es von jeher an einem geeigneten Saal. In aller Achtung gedenken wir des Turnvereins „Vorwärts“ , Bockenheim, und seinem damaligen Vorstand, der uns immer in herzlicher Kameradschaft seine sämtlichen Räume mit großem Turnsaal zur Verfügung stellte. Somit war es uns möglich, große und Prunkvolle Sitzungen und Maskenbälle unseren Kamerunern und im besonderen unserer Vaterstadt Frankfurt zu schenken.  Desgleichen waren unsere Bunten Abende immer ein Ereignis. Es ist uns Kamerunern daher nicht verständlich, warum gerade unser Stadtteil, der doch bestimmt kein Dorf ist, auch heute noch bezüglich eines Saales wie ein Stiefkind beiseite stehen muß.

Trotz allem konnte der Verein 1932 auf sein 10 jähriges Bestehen zurückblicken, und langsam aber sicher arbeiten sich die „Kameruner“ in die vordersten Reihen des Frankfurter Karnevals.

Wir schreiben 1938. Bis zu diesem Zeitpunkt gelang es uns, nach monatelangem durchstöbern aller nur erreichbaren alten Frankfurter Chroniken, unseren Kamerunern einen alten Brauch aus dem 17. Jahrhundert zu zeigen.  Damals, vor ein paar Karl Wiesnerhundert Jahren wurde der Fast-Nacht, dem sogenannten Mummenschanz, an der Galluswarte – damals noch „Galgenwarte“ - gehuldigt und 11 Fast – Nachts – Punkte zur Verlesung gebracht. Pünktlich am 11.11. abends 11 Uhr 11 kamen „Die Kameruner“ des 20. Jahrhunderts und eröffneten mit der Verlesung der 11 Närrischen Punkte vom Turm der Galluswarte herab die Kameruner Fassenacht. Es war dies die erste Eröffnung dieser Art und auch zugleich die letzte.

Ebenso sollte es die letzte Eröffnung des Kameruner Karnevals im Vereinslokal, im kleinen Saal von Heinrich Hummel in der Kleyerstraße, sein. Auch ihm, Georg Hummel, sowie seiner leider allzufrüh verstorbenen Gattin, sei hier besonderes Gedenken gewidmet. Stets waren sie in herzlicher Weise dem Verein zugänglich.

Saison 1938/39 -  bis dahin wohl die schönste und prunkvollste im Kameruner Karneval – ging am Aschermittwoch zu ende, und mancher Eugen KremerNarrhalese und Freund des Karnevals dachte nicht daran, daß dies sein allerletzter Karneval war. Denn schon am 1. September 1939 geschah das schlimmste, was je geschehen konnte:  Es begann der Krieg. Ein bitteres schicksahl formte unseren Wahlspruch um, und nun hieß es „Allen weh, und niemand Wohl“ im wahrsten Sinne des Wortes; denn was ließ der Krieg am Ende übrig? Nichts!! Und dazu noch den schweren Verlust einiger unserer besten Kappenbrüder. Wir werden sie nie vergessen!-

Unser gesamtes Vereinsinventar war 1945 in alle Winde zerstreut, und mühselig wurde ein geringer Bruchteil von einigen Mitgliedern zusammengetragen. Und diese wenigen brachten es fertig , mit ironischem Lächeln der Fratze des unseligen Krieges mit seinen fürchterlichen Bombennächten und der Qual der ersten Nachkriegszeit ihr Idol entgegen zu halten mit dem Gelöbnis: „Nun erst recht!! Allen wohl, und niemand Weh !!“

NegerMit ungeheurem Idealismus, zäher Tatkraft und ehrgeizigem Willen, ging es an die Aufbauarbeit.  Mit unserem Wollen und Willen war es aber nicht getan, da die Militärregierung jeden Verein lizenzierte. Es mußten sieben Herren als Vorstand angemeldet werden. So wurde mir der Vorsitz übertragen und damit auch die Lizenz erteilt. Nun konnten wir wieder unseren Kameruner Karneval mit allem Drum und Dran feiern.

Im September 1947 war es soweit, und der erste Bunte Abend mit großer Besetzung konnte steigen. Es wurde ein ungeahnter Erfolg. Unsere Kameruner hatten ihre „Kameruner“ nicht vergessen. Das war ein Ansporn zu größerem Beginnen, und weiter ging es in die Kampagne 1947/48. Am 11.11.47 begann Heinz Buschdie Eröffnung des Kameruner Karnevals in unseren damaligem Vereinslokal Willi Zaum, Mainzer Land Straße/Ecke Rebstöcker Str. Es folgte die Prinzen- und Negersitzung in der Kantine des Reichsausbesserungswerkes Nied; ganz im Sinne der Aufbauarbeit des Vereins wurde auch hier sein 25 jähriges Bestehens gedacht. Ein großer Maskenball – der erste wieder nach dem Kriege – schloß sich an, und mit großem Erfolg ging für uns die erste Saison nach dem Erwachen nach dem Bombenhagel zu ende.

Von nun an war der gute Ruf der Großen Frankfurter Karnevalsgesellschaft „Die Kameruner“ 1922 wieder gesichert, und der Verein und seine Mitglieder wieder in ihrem alten Element. Die Saison 1948/49 stellte uns infolge der starken Kartennachfrage vor größere Aufgaben. So begann die Eröffnung am 11.11.48 in Ffm,-Griesheim im Saale „Zu den vier Jahreszeiten“. Die große Negersitzung am 15.01.49 und die große Fremdensitzung am 16.01.49 fanden wieder in Nied (Kantine) statt, ebenso der Februar Maskenball. Es waren dies Erfolge, die nicht zu übersehen sind. Eine Saison übertraf die andere und somit wurde die Saalfrage immer dringlicher.

Schulkinner Der Wiederaufbau des großen Saales „Zur Waldlust“, Inh. Ferd. Stapf, Nied, Mitglied des Vereins, begünstigte unseren stetigen Aufstieg. An dieser Stelle darf ich wohl sagen:“ Zur Waldlust“,“Die Kameruner“ und unsere unvergleichliche Hauskapelle „ Honolulu“ sind heute ein Begriff im Frankfurter Karneval, in Kamerun und Umgebung.

Hervorragend waren auch die in ihrer Eigenart unvergleichlichen Urwald feste im Kleingartenbauverein „St. Gallus“.

Besonders erwähnt sei noch die Mitwirkung unseres Elferrates im Programm der Kameruner „Arkaden-Lichtspiele“ an den vier Haupt-Karnevalstagen 1952. Es war dies ein schöner Erfolg zum 30 jährigen Bestehen des Vereins.

Zusammenfassend darf mit Stolz gesagt werden, daß es uns mitHausgarde Fleiß und zäher Ausdauer in kürzester Frist gelungen ist, unseren Verein mit guten Leistungen wieder in die vorderste Front des Frankfurter Karnevals zu bringen.

Abschließend möchte ich auf diese Wege den Mitgliedern, Gönnern und Freunden des Vereins, die an dem Aufbau, jeder nach seiner Art, mitwirkten, meinen besonderen Dank abstatten.

Desgleichen danke ich unserer KFam. Balzerameruner Geschäftswelt, sowie der gesamten Bürgerschaft, die uns bisher in jeder Beziehung wohlwollend unterstützten.

Möge für die weitere Zukunft der Karnevalsgesellschaft „Die Kameruner“  Frankfurt a.M. 1922 noch viel Ruhm und Erfolg beschieden sein.

Hulla Rumba
Michael Wiesner
1.Vorsitzender und Präsident
(G.F.C.G. Die Kameruner 1922 e.V. | Anno1952)

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